Gedanken von Schülerinnen und Schülern, die an den Dokumenten gearbeitet haben:
Man hat das Gefühl, man trägt zu etwas Gutem bei und erweist den Opfern Ehre und Respekt. Ich finde es ist eine gute Aktion, weil die Angehörigen der Opfer mehr über diese erfahren können und ihr Wissen den nächsten Generationen weitergeben können, sodass die Opfer niemals vergessen werden ... Wenn ich darüber nachdenke, was mit den Menschen gemacht wurde, frage ich mich, warum keiner etwas dagegen getan hat. Haben andere Länder nichts davon mitbekommen oder hatten sie schlichtweg Angst, ihnen könnte etwas passieren? Amélie (15)
Ich habe mal wieder gemerkt, dass in dieser Welt nichts selbstverständlich ist. An einem Tag hast du alles: Gesundheit, Essen, deiner Familie geht es gut, genug Geld, um gut zu leben und am nächsten Tag kann dir alles genommen werden. Ob nun durch die Regierung oder Pech im Leben. Luan (15)

Bei der Arbeit im Archiv war es für mich schwer nachvollziehbar, dass alle diese Daten von einer Person sind, die wegen ihrer Existenz, Religion und Vorfahren systematisch und ohne Mitleid ermordet wurde. Wie konnte es so einen Hass auf die Leute geben? Maria (15)

Konnten Menschen erfahren, was mit ihren Familienmitgliedern im Holocaust angestellt wurde, Folter, Tod usw.? Mir persönlich wäre es schon wichtig, zu erfahren, was mit meiner Familie während dieser Zeit passiert wäre. Melissa (15)

Ich habe mich gewundert, dass in den Häftlings-Personal-Karten detailliert aufgeschrieben wurde, wie die Person aussah (z.B. der Zustand der Zähne). Warum wollten die Nazis wissen, wie die gefangene Person aussieht, obwohl es ihnen nur darum ging, Menschen so schnell wie möglich zu ermorden? … Als ich auf der Präsentation von Arolsen Archives ein Bild von einem inhaftierten Jungen gesehen habe, der gelächelt hat, hat mich das sehr traurig gemacht. Ich frage mich, warum er gelächelt hat. Sophie (15)

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass diese Arbeit einem – trotz der digitalen Distanz - so nahekommt, einen so berührt. Spätestens nach dem zweiten, dritten Dokument liest man die Angaben mit anderen Augen… ein 19-jähriger Ungar als politischer Gefangener …eingeliefert noch im März 1945 … der jüdische Uhrmacher aus Polen mit großer Familie …die Französin aus Paris … der Häftling, der den „Freitod“ gewählt hat. Und wer waren die, die die Angaben aufgeschrieben haben? „Vorstrafen? – Angeblich nicht“ (Br)

Die Arbeit im Archiv hat mir noch einmal gezeigt, wie schrecklich systematisch Juden im Nationalsozialismus ermordet wurden. Ich bin sprachlos, wenn ich sehe, wie in dieser Zeit mit Menschen aufgrund ihrer Religion oder Religionszugehörigkeit umgegangen wurde. Allerdings war das für mich nicht wirklich etwas Neues, da wir viele ähnliche Aufgaben in GWI bearbeitet haben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man eine Arbeit dieser Art quasi nicht genug machen kann, da nie vergessen werden darf, was dort passiert ist. (Luca, 15)
Mir ist der Gedanke gekommen, dass viele Menschen sich nicht mehr dafür interessieren, was früher mal geschehen ist, da das Thema meiner Meinung nach nicht die Aufmerksamkeit in den Medien bekommt, die es verdient hätte. Viele Menschen wissen, genau wie ich, noch nicht mal, dass sowas wie das Arolsen-Archiv existiert, was nicht gut ist. (Kubilay, 15)

 

      

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