Paris-Austausch

19 Schülerinnen und Schüler nahmen im vergangenen Januar am Austausch mit dem Lycée Janson de Sailly in Paris teil. Eine Schülerin der 12. Klasse verfasste einen Bericht über unsere täglichen Besuche und unsere Arbeit vor Ort. Die Lehrkräfte möchten dem Förderverein danken, durch dessen Unterstützung die Reise und ein Teil ihrer Organisation erleichtert wurden.

Freitag, 23. Januar 2026 – Projekt Marc Bloch, Panthéon und Palais de Tokyo

Am Freitag, den 23. Januar 2026, haben wir den Tag mit der Arbeit an unserem Projekt über Marc Bloch zusammen mit den Pariser Schülern begonnen. Am Morgen waren wir in ihrer Schule, wo wir gemeinsam arbeiteten, Ideen austauschten und in einer lernfreudigen und kooperativen Atmosphäre im Projekt vorankommen konnten.

Gegen 10 Uhr sind wir anschließend ins Panthéon gegangen. Uns wurde erklärt, wie die Panthéonisierung funktioniert, welche Persönlichkeiten geehrt werden und welche Kriterien für die Aufnahme notwendig sind. Während der Besichtigung haben wir mehrere wichtige historische Persönlichkeiten kennengelernt.

Am Nachmittag besuchten wir den Palais de Tokyo und nahmen an einer Führung durch eine Ausstellung eines afroamerikanischen Künstlers teil. Dies half uns, seine Arbeit, seine künstlerischen Absichten und die Botschaften seiner Werke besser zu verstehen.

Der Tag war sehr bereichernd, da er Projektarbeit, Geschichte und zeitgenössische Kunst verband, und wir konnten einige der bekanntesten kulturellen Orte von Paris entdecken.

Montag, 26. Januar 2026 – Cinémathèque

Am 26. Januar besuchten wir im Rahmen eines Schulprojekts die Cinémathèque. Der Tag war in zwei Teile gegliedert.

Am Morgen sahen wir Ausschnitte aus Kriegsfilmen, u. a. zum Ersten Weltkrieg und zum Vietnamkrieg. Wir analysierten, wie der Film den Krieg darstellt: Bilder, Geräusche, Emotionen und die Botschaft des Regisseurs. So konnten wir die Rolle des Films im historischen Gedächtnis besser verstehen.

Am Nachmittag besuchten wir das Museum Méliès, das die Ursprünge des Kinos zeigt, von den ersten Experimenten mit bewegten Bildern bis hin zu den Anfängen des Kinos als Unterhaltungsform dank Georges Méliès. Dieser Ausflug hat uns geholfen, den Film nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Teil von Geschichte und Gesellschaft zu betrachten.

Dienstag, 27. Januar 2026 – Haus von Victor Hugo und Musée d’Orsay

Zuerst waren wir auf dem Place des Vosges vor dem Haus von Victor Hugo. Wir haben gelernt, dass Hugo die klassischen Theaterregeln brechen wollte und dies mit seinem Stück Hernani geschafft hat. Dieses Stück sorgte damals für viele Skandale und veränderte das Theater stark. Hugo wurde zur Hauptfigur der romantischen Bewegung.

Anschließend besuchten wir das Musée d’Orsay, wo wir mehrere Gemälde sahen, die das Publikum schockierten, weil sie nicht den üblichen Regeln entsprachen oder als unpassend und vulgär galten.

Wir lernten auch, dass Künstler früher nicht im Freien malten – bis zur Erfindung der Metallfarbtuben um 1840. Claude Monet traf Eugène Boudin, der ihn einlud, draußen zu malen und ihm beibrachte, das natürliche Licht zu beobachten und darzustellen.

Der Besuch von Victor Hugos Haus war mein Lieblingsausflug, weil er Hugo nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Person mit wenig bekannten Aspekten zeigte.

Abends besuchten wir das Théâtre du Vieux-Colombier, um das Stück Sechs Personen suchen einen Autor zu sehen. Das Stück behandelt den Unterschied zwischen Fiktion und Realität, wobei die Figuren manchmal „realer“ wirken als die Schauspieler. Es war ein eigenartiges, aber interessantes Stück.

Mittwoch, 28. Januar 2026 – Orangerie und ARTE-Studio

Wir arbeiteten weiter am Impressionismus, insbesondere an Claude Monet. Wir lernten, dass die Farben separat vorbereitet wurden und dass Impressionisten nicht immer genaue Skizzen machten, weil sie hauptsächlich Eindrücke, vor allem das Licht, einfangen wollten. Monet malte überwiegend im Freien.

Er wiederholte oft die gleichen Motive, wie die Seerosen, um Licht- und Farbvariationen zu zeigen. Er liebte die Botanik, und seine großen Tafeln waren damals neuartig. Monet wollte die Seerosen ursprünglich als Symbol des Friedens an Frankreich schenken, behielt sie jedoch bis zu seinem Tod. Am Ende des Besuchs der Orangerie durften wir frei im Museum herumlaufen und die Werke anschauen, die uns gefielen. 

Am Nachmittag besuchten wir das ARTE-Studio. Dort wurden uns die verschiedenen Bereiche von ARTE vorgestellt, z. B. der Radiosender, Bildungsprogramme für Jugendliche oder Sendungen wie Karambolage. Wir haben gelernt, wie dort gearbeitet wird und wie Programme produziert werden. Am Ende konnten wir Fragen stellen, was uns bei der Arbeit an unserem Projekt über Marc Bloch sehr geholfen hat.