175 Jahre Schulgeschichte in Berlin

Eine Herausforderung für jeden Historiker, denn die Geschichte dieser Schule ist ein Spiegelbild deutscher und Berliner Geschichte.
Im Jahr 1832, dem Jahr des Hambacher Festes, wurde die Schule gegründet.
Die Märzrevolution von 1848 fand vor den Türen der „Anstalt“ statt.
Ab 1886 war der neue Standort am Anhalter Bahnhof, dem Tor nach Süden, die Züge fuhren bis Bagdad.
Berlin wurde zunehmend durch Technik und Industrie geprägt.
Ab 1915 am Heinrich-von-Kleist-Park in Schöneberg.
Wiederum ein historischer Ort: in der Nachbarschaft der ehemalige „Königliche Botanische Garten“ und der Berliner Sportpalast, auch das Berliner Kammergericht, der Ort des „Volksgerichtshofes“ gegen die Attentäter vom 20. Juli 1944. Von 1945 bis 1990 Sitz des Alliierten Kontrollrates bzw. der Alliierten Luftsicherheitszentrale.
Die Nachbarn von heute sind nicht weniger bedeutungsvoll, sie sind „Kult“ im „Neuen Berlin“: die Goltzstraße, der Winterfeldtmarkt und der mit dem „Pallasseum“ überbaute Hochbunker an der Pallasstraße.
Die Dokumente zur Geschichte der Schule sind nur in Fragmenten erhalten. Aus dem 19. Jahrhundert liegen Chroniken vor, auch eine Publikation zur Einweihung des neuen Schulgebäudes in der Kleinbeerenstraße.
1932 wurde eine Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum herausgegeben. Diese liebevoll gestaltete Publikation konnte aus Kostengründen nicht sehr umfangreich sein.
1972 und 1982 erschienen zwei Broschüren zu den jeweiligen Jahrestagen.
Allen Beteiligten sei Dank für ihr damaliges Engagement.
Der Autor kam 1983 an die Sophie-Scholl-Oberschule, und zusammen mit Klaus Brunswicker und Hans-Joachim Dietzel wurde begonnen, die Geschichte der „Augusta-Schule“ aufzuarbeiten.
Die vorhandenen Archivalien waren in einem denkbar schlechten Zustand. Ehemals wunderschöne Exponate wiesen Wasserschäden und Pilzbefall auf, teilweise waren sie nur unvollständig vorhanden.
Das Archiv der Schule war nach dem Zweiten Weltkrieg geplündert worden. Anscheinend hatte sich danach niemand um die Dokumente gekümmert. Eine unvorstellbare Situation, denn immerhin befanden sich drei Schulen mit zahlreichen Historikern im Gebäude.
Seit 1983 ist das Archiv der Sophie-Scholl-Oberschule immer mehr vervollständigt worden, und es war in der Zwischenzeit auch möglich, Institutionen und Privatpersonen bei der Forschungsarbeit behilflich zu sein.
Hans-Joachim Dietzel schrieb anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Gesamtschule im Jahr 1988 eine Chronik der Schule, die ein wesentliches Fundament der vorliegenden Publikation war.
Dem Buch sind zwei Jahre Recherche vorausgegangen. Unzählige Kontakte sind über das Internet hergestellt worden und zahlreiche neue Informationen konnten bearbeitet werden.
Der Autor hat Schwerpunkte gesetzt, die die Leser hoffentlich interessieren werden.

Berlin, im Juni 2008