Unsere Schülerinnen und Schüler wurden im Rahmen der vorbereitenden China-AG unter der Leitung von Frau Beyer auf diese Austausch- und Bildungsreise vorbereitet. Hier hatten wir Ihnen auch die Aufgabe gestellt, Vorträge mit dazugehörigen Handouts vorzubereiten, die Sie dann vor Ort gehalten haben. Inhalte der Vorträge waren wichtige Sehenswürdigkeiten in und in der Umgebung von Peking (chinesische Mauer, Himmelstempel, verbotene Stadt…) aber auch Themen wie das chinesischen Bildungssystem oder der Buddhismus.

Nach dem ersten Wochenende, dass unsere Schüler mit den chinesischen Gastfamilien verbrachten und wir Lehrer mit den Lehrern der chinesischen Austauschschüler, gab es auf dem Schulhof der Schule eine Willkommenszeremonie. Hierbei hielten, nach dem wöchentlichen Fahnenapell, der chinesische Schuldirektor Mr. Dai und Herr Zwicker vor über 1000 chinesischen Schülern Willkommensreden. Beide überreichten Geschenke, die als Symbol der langjährigen Freund- und Partnerschaft beider Schulen ausgetauscht wurden. Auch eine chinesische Teilnehmerin des Austausches und einer unserer Schüler hielten bei dieser Zeremonie eine Rede.

 Das Besondere an unserer Reise war vor allem der Einblick in das chinesische Bildungssystem. Folgende Aktivitäten haben uns diese Einblicke ermöglicht: Besuche von Unterrichtsstunden in der Partnerschule „Bei Fang Jiao Tong Da Xue Shu Zhong Xue“, in einer Grundschule „Beijing Haidian National Primary School“ und einer privaten Schule mit dem Schwerpunkt Sprachen „Beijing Haidian Foreign Language Shi Yan School“. Außerdem besuchten wir die Qinghua Universität.

Es gab drei verschiedene Arten des Einblicks in das Schulleben der von uns besuchten Schulen.

1. Teilnahme am regulären Unterricht (aktive Mitarbeit unserer Schüler/-innen z.B. im Englisch, Sportunterricht oder Handwerksunterricht)

2. Teilnahme am speziell für uns organisierten Aktivitäten mit kulturspezifischen Tätigkeiten (Fecher bemahlen, Papierbilder ausschneiden, Zeichnen chinesischer Schriftzeichen)

3. Führungen durch die Schulgebäude mit Besichtigung der gut ausgestatteten Fachräume

Unsere Schüler wurden also aktiv in das Unterrichtsgeschehen mit eingebunden und erlebten chinesische Unterrichtsmethoden und Unterrichtsinhalte. Dabei wurden sowohl Unterschiede zu unserem Bildungssystem deutlich, wie z. B: die Klassengröße, die Menge der Hausaufgaben, das Verhalten der Schüler im Unterricht und das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern, aber auch Gemeinsamkeiten, z. B. der Unterrichtsinhalte in den Fremdsprachen und der Interessen und Wünsche der Schüler. Diese wurden von unseren Schülern interessiert aufgenommen und in vielen Gesprächen thematisiert.

 Der Aufenthalt in den Gastgeberfamilien ermöglichte es den Schülern, einen Einblick in das tägliche Leben in Peking zu erhalten, der sonst kaum möglich ist. Die Kommunikation in englischer Sprache und das Kennenlernen von ungewohnten Gebräuchen und Sitten, war für einige Schüler zunächst eine kleine Herausforderung, die sie jedoch schnell meistern konnten und so ihre sozialen Kompetenzen erweitern und viele neue Erfahrungen machen konnten.

 Um die chinesische Kultur und ihre Traditionen kennenzulernen, besuchten wir die wichtigen Sehenswürdigkeiten Pekings, wie den Platz des Himmlischen Friedens, die verbotene Stadt, den Sommerpalast oder den Himmelstempel. Außerhalb Pekings besuchten wir die chinesischen Mauer und die Ming-Gräber.

Noch mehr als die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten hat uns aber die chinesische Gastfreundschaft und das chinesische Essen beeindruckt. Wir wurden sehr herzlich empfangen und bewirtet. Dass unserem Besuch ein hoher Stellenwert beigemessen wurde, wurde sowohl bei der feierlichen Willkommenszeremonie und der sogenannten „farewall party“ deutlich, bei der uns zunächst von chinesischen Schülern sowohl traditionelle als auch moderne Tätigkeiten präsentiert wurde (chinesische Musik, Peking Oper Tanz). Schön war daran vor allem, dass wir zum Mitmachen aufgefordert wurden und auch selbst deutsche Lieder präsentieren konnten.

 Der Peking-Austausch stellt für die Schüler der Sophie-Scholl-Oberschule eine einmalige Möglichkeit dar, einen tieferen Einblick in die chinesische Geschichte und das Leben in Peking zu erhalten und ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Wir freuen uns schon auf den Rückbesuch Ende September und empfehlen allen Schülerinnen und Schüler unserer Schule auch an diesem Austausch teilzunehmen.

Julian Zumpe und Falk Zwicker