Nein. Die gleiche Arbeit wird von französischen und von deutschen Prüferinnen und Prüfern n getrennt voneinander korrigiert und zensiert. So besteht die Möglichkeit, dass ein/e Schüler/in das Abitur erhält, das Baccalauréat aber nicht.Der Erwerb des Baccalauréat setzt jedoch das erfolgreiche Bestehen der Abiturprüfung voraus.Das Baccalauréat ist mit der Durchschnittsnote von 10/20 bestanden. Das entspricht einer ausreichenden Leistung.
Nein. Die Noten bleiben unabhängig voneinander. Es ist somit möglich, unterschiedliche Ergebnisse im Abitur und im Baccalauréat zu erhalten.
Die Prüfung für das Fach Französisch entspricht im Niveau dem eines Leistungskurses, d.h. sie wird auch von Schülerinnen und Schülern abgelegt, die Französisch erst ab der 5., der 7. oder sogar erst der 9. Klasse gelernt haben. Die Europaschüler/innen erlernen die Sprache seit dem 6. Lebensjahr – sind also sehr gut vorbereitet.Seit der Grundschule wird in Sachkunde, Biologie, Geografie, Geschichte und später Gesellschaftskunde die Fachsprache eingeübt. Die Schüler/innen sind dementsprechend jahrelang darauf vorbereitet worden. Auch wer das Abitur in Deutsch ablegt, muss das entsprechende Fachvokabular beherrschen und in der Lage sein, sich fachspezifisch auszudrücken.
Beim Baccalauréat im Fach Französisch sind eine schriftliche und eine mündliche Prüfung obligatorisch (Verhältnis 1:1).Beim Abitur ist nur die schriftliche Prüfung verpflichtend. Haben aber eine schriftliche und eine mündliche Prüfung stattgefunden, werden die Prüfungen im Verhältnis 2:1 (schriftlich: mündlich) gewichtet.Es ist hervorzuheben, dass in den SESB-Klassen das Erreichen der Lernziele „rasches Erfassen von Texten“ und „freies Sprechen“, die für eine erfolgreiche mündliche Prüfung von besonderer Bedeutung sind, besonders intensiv vorbereitet wird. Außerdem erreichen Schüler/innen bereits beim mündlichen Teil der DELF-Prüfungen (Diplôme d’Etude de Langue Française), die sie ab Klasse 9 ablegen, besonders gute Noten. Da die Schüler/innen seit der Grundschule auf Französisch – in der Regel von Muttersprachlerinnen und –sprachlern – unterrichtet werden, sind sie auf die Anforderungen besonders gut vorbereitet.Wer seine schriftliche Note in Geschichte verbessern möchte, kann freiwillig eine mündliche Prüfung ablegen.}
Nein. Da die Teilnahme am Unterricht in den Sachfächern, die nicht in der Muttersprache unterrichtet werden, einer überdurchschnittlichen Leistungsbereitschaft und -fähigkeit bedarf, werden allgemeinsprachliche Fehler nicht sehr streng zensiert. Eine Staffelung ist vorgesehen, wobei die Bewertung der sprachlichen Richtigkeit ab dem 3. Semester der des Abiturs entsprechen muss.Auch im deutschen Abitur werden bei der schriftlichen Arbeit Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit oder gegen die äußere Form berücksichtigt. Bei der schriftlichen Prüfung im Fach Geschichte im AbiBac werden Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit großzügiger bemessen als wenn das Fach auf Deutsch geprüft werden würde.Jedoch stellt die angemessene und korrekte Verwendung der Fachsprache ein wichtiges Lernziel dar und Verstöße in diesem Bereich werden als Inhaltsfehler gerechnet. Dies gilt auch für Prüfungen im Fach Geschichte in deutscher Sprache.}
Es gilt der Lehrplan für Französisch als Fremdsprache, wobei der Fehlerquotient für Französisch als 1. Fremdsprache (ab Klasse 5) gilt. Der Unterricht gliedert sich in drei Lernbereiche:- Spracherwerb: Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit,- Wissenserwerb: landeskundliche und literarische Bildung,- Methodenerwerb: Verstehen und Verfassen von Texten.
Das AbiBac- ermöglicht leichteren Zugang zu Bildungswegen, die durch verschiedene europäische Städte und Hochschulen führen (z.B. Deutsch-Französische Hochschulen),- befreit von Aufnahmeprüfungen für bestimmten Hochschulen (z.B. „Sciences Po“ in Nancy oder die „Ecole d´Ingénieurs“ in Lyon),- wird bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und Arbeitsplätzen von Firmen besonders geschätzt, da Mehrsprachigkeit in der globalisierten Wirtschaft gefordert wird,- gibt Schülerinnen und Schülern eine geistige Offenheit, die sie zu Mittlern zwischen Kulturen werden lässt,- öffnet Türen in Richtung Europa.Als Europaschüler/in ist man früh mit doppelten oder mehrfachen Kulturen konfrontiert und erlebt Lehrer/innen und Mitschüler/innen aus Deutschland und anderen frankophonen und nichtfrankophonen Ländern.
2016 bieten in Deutschland 82 Schulen und in Frankreich 84 Schulen das Abibac an. (siehe auch http://www.ciep.fr/de/abibac/).
Vorsitzende/r des Prüfungsausschusses für den französischen Teil ist ein/e Beauftragte/r der französischen Schulverwaltung.Zur Kommission gehören außerdem- der/die Schulleiter/in- ein/e beauftragte/r Verantwortliche/r der zuständigen deutschen Behörde,- ein/e Fachvertreter/in,- die Lehrkräfte der Schule, die die Arbeiten in den spezifischen Fächern korrigiert und benotet haben.
Es gelten die gleichen Leitlinien, Ziele und Themen für beide Länder.Der Lehrplan konzentriert sich auf die zeitgenössische Geschichte und reicht bis zur Gegenwart. Leitziel ist es, die Entstehung der heutigen Situation erklären und in ihrem Funktionszusammenhang verstehen zu können:- Verständnis für die heutige Welt schaffen,- zur Meinungs- und Urteilsbildung anleiten,- weltweit Herausforderungen und gegenseitige Abhängigkeiten bewusst machen.
Obligatorisch sind Französisch (schriftlich) als 1. Prüfungsfach sowie Geschichte als 3. Prüfungsfach (schriftlich auf Französisch).- Wird Deutsch, Englisch, Musik oder Kunst als 2. Prüfungsfach gewählt, so mussentweder Mathematik oder eine Naturwissenschaft oder Informatik als 4. Prüfungsfach (mündlich) gewählt werden.- Wird Mathematik, eine Naturwissenschaft oder Informatik als 2. Prüfungsfach gewählt, kann eines der folgenden Fächer als 4. Prüfungsfach gewählt werden:Deutsch, Musik, Kunst, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie (auf Deutsch), Informatik (Beginn Klasse 9 oder 11) oder eine zusätzliche Fremdsprache (Englisch bzw. Latein oder Spanisch ab Klasse 9).SIEHE TABELLE
Série S (mathematisch-naturwissenschaftlich):Leistungskurs Französisch, Grundkurse Geschichte, Politikwissenschaft und Geografie (auf Französisch) sind vorgeschrieben. Hinzu kommen zu Erlangung der Série S:entweder- Leistungskurs Mathematik,- Grundkurs in einer der Naturwissenschaftenoder umgekehrt- Leistungskurs in einer der Naturwissenschaften,- Grundkurs MathematikAlle diese Fächer werden auf Deutsch unterrichtet und geprüft.
Serie L (philosophisch-sprachlich) wird mit folgender Kombination anerkannt:- Leistungskurs Französisch,- Grundkurse Geschichte, Politikwissenschaft und Geografie (alle in französischer Sprache)- ein weiterer Grund- oder Leistungskurs im Bereich der Sprachen (auch Deutsch),- die übrigen Fächer im Grund- und Leistungskursbereich.
Es gelten die gleichen Regelungen wie beim Abitur:- 4 Kurse in Deutsch, Mathematik, Biologie (nach Möglichkeit auf Französisch im Rahmen der SESB und Sport- 2 Kurse in Musik oder Kunst oder Darstellendem Spiel, in Physik/Chemie sowie jeweils zwei Kurse in Geografie und Politikwissenschaft (beide auf Französisch)
Nein, da beide Fächer keine Abiturfächer im engeren Sinne sind. Eine Zensur ist aber für das Baccalauréat notwendig; sie wird aus der Durchschnittsnote aus den Punkten des 1. und 2. Semesters des Faches Geografie sowie des 3. und 4. Semesters des Faches Politikwissenschaft gebildet. Die aktive Teilnahme am Unterricht gewinnt hier eine besondere Bedeutung.
Die Ergebnisse werden in das französische Notensystem (maximal 20 Punkte) übertragen. Die Teilleistungen werden einfach gewichtet und arithmetisch gemittelt. Auf der Grundlage des Gesamtergebnisses kann der Prüfungsausschuss das Prädikat „très bien“, „bien“ oder „assez bien“ vergeben.
Schriftliche und mündliche Prüfungen werden sowohl von den französischen als auch von den deutschen Beauftragten korrigiert und zensiert. So kann ein/e Schüler/in für das gleiche Fach unterschiedliche Noten (für das Abitur bzw. das Baccalauréat) erhalten.
Diese Möglichkeit gibt es, allerdings muss, falls in der 9. Klasse keine dritte Fremdsprache begonnen wurde, Französisch in der 11. Klasse noch belegt werden und zwar zusammen mit den SESB-Schüler/innen . Die Sophie- Scholl-Schule bietet keinen Kurs für Schüler/innen mit Französisch als 1. Fremdsprache außerhalb der SESB an, da sie in der Mittelstufe eine andere Fremdsprachenfolge hat.Allerdings ist ein anschließender Ausstieg aus der SESB im Kurssystem der gymnasialen Oberstufe nicht zu empfehlen: Zum Einen wegen des Verzichts auf die Vorteile, die ein AbiBac bietet (siehe oben), zum Anderen, weil nach der Anstrengung von elf Jahren Französisch auf dem späteren Abiturzeugnis nur eine ganz normale Note erscheint, aus der die besonderen Leistungen im Rahmen der SESB nicht mehr erkennbar sind.Will ein/e Schüler/in Französisch als Leistungsfach trotz Ausstiegs aus der SESB weiter belegen, so kann sie/er dies an der Sophie-Scholl-Schule nur in dem gemeinsamen Kurs mit den SESB- Schüler/innen tun. Die Anforderungen werden aber schon dadurch höher sein, dass die SESB-Schüler/innen mit Geschichte (1. - 4. Semester) und Geografie (im 1. und 2. Semester) bzw. Politikwissenschaft (im 3. und 4. Semester) und ggf. Biologie zusätzliche Stunden pro Woche auf Französisch haben, also die Leistungsspanne zwischen den SESB-Schüle/innen und denen, die nur das Leistungsfach Französisch belegen, immer größer wird.Auch hier gilt, dass nach 13 Jahren Französisch das Abiturzeugnis dann nur eine ganz normale Leistungsfachnote für Französisch enthält, aus der die besonderen Leistungen im Rahmen der SESB nicht mehr deutlich werden. Deshalb empfehlen wir dringend, auf die Vorteile des AbiBacs nicht leichtfertig zu verzichten.