{"id":7396,"date":"2026-09-28T14:29:11","date_gmt":"2026-09-28T14:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/?p=7396"},"modified":"2026-09-28T14:29:51","modified_gmt":"2026-09-28T14:29:51","slug":"schreibwettbewerb-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/?p=7396","title":{"rendered":"Schreibwettbewerb 2026"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Am Donnerstag, den 24. September, wurden drei Sch\u00fcler:innen unserer Schule \u2013 Lena Herkommer (912), Maelle Groeschel (112) und Aaron Akuete (12) \u2013 als Preistr\u00e4ger:innen des Schreibwettbewerbs des Berliner Senats f\u00fcr SESB-Sch\u00fcler:innen ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs waren die Sch\u00fcler:innen dazu eingeladen, einen Text in ihrer Partnersprache zu verfassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum Thema \u201eWurzeln\u201c entstanden zahlreiche kreative und bewegende Beitr\u00e4ge. Einige der Preistr\u00e4ger:innen hatten au\u00dferdem die Gelegenheit, ihre Texte bei der feierlichen Preisverleihung vor einem Publikum aus der Staatssekret\u00e4rin, Lehrkr\u00e4ften und Familienangeh\u00f6rigen vorzulesen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Folgenden m\u00f6chten wir den ebenso treffenden wie bewegenden Text von Aaron Akuete vorstellen. Er hat darin nicht nur das Wettbewerbsthema \u201eWurzeln\u201c auf beeindruckende Weise aufgegriffen, sondern auch einen sehr pers\u00f6nlichen Text geschaffen, der zugleich uns alle betrifft \u2013 heute vielleicht mehr denn je:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wurzeln sieht man nicht &#8211; oder vielleicht doch?<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wurzeln sieht man nicht. Sie arbeiten im Verborgenen, graben sich tief in die Erde, halten fest, was wachsen will. Doch ohne sie w\u00fcrde kein Baum stehen bleiben. Ohne Wurzeln kein Stamm, keine \u00c4ste, keine Bl\u00e4tter, kein Himmel, der ber\u00fchrt werden kann. Wenn ich also \u00fcber meine \u201eRoots&#8220; spreche, spreche ich \u00fcber das, was man nicht sofort sieht aber \u00fcber das, was mich tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ich kann in diesem Text nur von mir selbst sprechen. Von meiner eigenen Geschichte. Von meinem eigenen Gef\u00fchl. Und ich bin stolz darauf zu sein, wer ich bin. Nicht, weil meine Kultur besser ist als eine andere. Nicht, weil mein Weg schwerer ist als der von anderen. Sondern weil es mein Weg ist. Meine Geschichte. Meine Menschen. Wir leben in einer Welt, in der man nicht leugnen kann, dass sie voll von diskriminierenden Strukturen ist. Dass Hautfarbe manchmal mehr gesehen wird als Charakter. Dass Blicke, Worte oder stille Vorurteile verletzen k\u00f6nnen. Es immer wieder Situationen gibt, in denen man merkt: Man muss doppelt so viel leisten, um halb so selbstverst\u00e4ndlich anerkannt zu werden. Man k\u00e4mpft gegen Bilder im Kopf anderer Menschen, gegen Klischees, die man nie selbst erschaffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber genau hier beginnt mein Stolz. Stolz hei\u00dft nicht, die Realit\u00e4t zu ignorieren. Stolz hei\u00dft, sich von ihr nicht definieren zu lassen. Stolz hei\u00dft zu sagen: \u201eIhr seht vielleicht nur meine Hautfarbe, aber ich sehe meine Geschichte.&#8220; Meine Kultur tr\u00e4gt Musik in sich, Rhythmus, Widerstand,<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinschaft. Sie tr\u00e4gt Geschichten von Menschen, die trotz Unterdr\u00fcckung nicht aufgeh\u00f6rt haben zu tr\u00e4umen. Menschen wie Nelson Mandela, der sagte: \u201eI am not what happened to me. I am what I choose to become.&#8220; (\u201elch bin nicht das, was mir widerfahren ist. Sondern der der ich sein will.&#8220;) Dieser Satz ist f\u00fcr mich mehr als ein Zitat. Er ist eine Haltung. Eine Ent-scheidung.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auch Martin Luther King Jr. sprach die kraftvollen Worte \u201el have a dream&#8220; von einer Zukunft, in der Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt werden. Diese Worte sind weltbekannt. Aber sie sind nicht nur Geschichte. Sie sollen eine st\u00e4ndige Erinnerung sein, dass W\u00fcrde niemals verhandelbar sein darf. Und doch soll dieser Text nicht nur von gro\u00dfen Namen und Zitaten handeln. Er soll von uns handeln. Von mir. Von jedem Einzelnen, der morgens in den Spiegel schaut und entscheidet, sich selbst anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Denn Herkunft ist etwas Universelles und doch gleichzeitig etwas individuelles.Jede Kultur ist eigen. Jede Familie tr\u00e4gt ihre eigenen K\u00e4mpfe, ihre eigenen Traditionen, ihre eigenen Rezepte, Lieder, Feste und Werte. Ob jemand aus Europa, Asien, Afrika oder Amerika stammt, jede Geschichte verdient ihren Respekt. In meinem Fall bedeutet es, stolz auf meine Hautfarbe zu sein. Auf das, was sie symbolisiert. Auf die St\u00e4rke, die \u00fcber Generationen weitergegeben wurde. Auf die Sch\u00f6nheit, die lange Zeit nicht als solche anerkannt wurde. \u201eBlack is beautiful&#8220; war nicht nur ein Slogan, es war eine R\u00fcckeroberung von W\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber mein Stolz schlie\u00dft niemanden aus. Er l\u00e4dt ein, dass auch du deine Wurzeln findest. Und ihren Wert erkennen kannst. Denn wenn wir unsere Herkunft ablehnen, verlieren wir Halt. Wenn wir sie annehmen, wachsen wir. Vielleicht ist genau das das Wichtigste: Wir d\u00fcrfen uns nicht daf\u00fcr sch\u00e4men, woher wir kommen, selbst wenn andere versuchen, uns klein zu machen. Ich wei\u00df, dass ich nicht nur meine Gegenwart repr\u00e4sentiere, sondern auch meine Vergangenheit. Und ich wei\u00df, dass ich mit meiner Haltung die Zukunft mitschreiben kann. Meine Hautfarbe ist nicht nur ein Merkmal. Sie ist Teil einer Geschichte. Und ich trage sie nicht als Last, sondern als Krone.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ver\u00e4nderung beginnt genau hier, bei uns. In der Entscheidung, den eigenen Wert zu erkennen und den Wert anderer anzuerkennen. In der Entscheidung, nicht wegzusehen, wenn Menschen diskriminiert werden. Und in der Entscheidung, die eigenen Wurzeln nicht zu verstecken, sondern sie sichtbar zu leben. Nun liegt es an uns: Nicht die Fehler zu wiederholen, sondern die Zukunft besser zu gestalten!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" data-id=\"7399\" src=\"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0474-1-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7399\" srcset=\"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0474-1-rotated.jpg 480w, https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0474-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" data-id=\"7398\" src=\"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0485-1-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7398\" srcset=\"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0485-1-rotated.jpg 480w, https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0485-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" data-id=\"7397\" src=\"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0488-1-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7397\" srcset=\"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0488-1-rotated.jpg 480w, https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_0488-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, den 24. 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