{"id":2732,"date":"2018-03-05T12:21:58","date_gmt":"2018-03-05T12:21:58","guid":{"rendered":"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/?p=2732"},"modified":"2024-10-31T13:17:30","modified_gmt":"2024-10-31T13:17:30","slug":"hoffnung-in-zeiten-des-krieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/?p=2732","title":{"rendered":"Hoffnung in Zeiten des Krieges"},"content":{"rendered":"<h4>Ein Education-Projekt des Rundfunksinfonieorchesters Berlin und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern des Profilkurses Musik (11. Jahrgang)<\/h4>\n<p><strong>&#8222;Die Hoffnung aufgeben ist eine Abk\u00fcrzung zum Krieg.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Was bedeutet &#8222;Hoffnung in Zeiten des Krieges&#8220;? Was ist eigentlich &#8222;Hoffnung&#8220; und welchen Stellenwert nimmt sie in meinem Leben ein? Was bedeutet &#8222;Krieg&#8220; f\u00fcr mich? Ist es denkbar in Kriegszeiten zu hoffen? Bin ich \u00fcberhaupt von Krieg betroffen? Sollte ich es sein? Was passiert, wenn wir gegen\u00fcber dem Kriegsgeschehen in der Welt abstumpfen? Ist es nicht einfacher, dar\u00fcber hinwegzusehen, als mich damit auseinanderzusetzen? Was passiert mit Menschen, die die Hoffnung aufgeben? Kann die Spannung zwischen Hoffnung und Krieg musikalisch dargestellt werden und wenn ja, wie?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Fragen stellte sich der Profilkurs Musik 11. Klasse im 1. Halbjahr im Rahmen eines Education-Projekts des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Es waren keine einfachen Fragen, mit denen sich die Jugendlichen besch\u00e4ftigten. <br \/>Ausgangspunkt und Inspiration f\u00fcr diese Auseinandersetzung waren zwei Melodramen, also Musikwerke, in denen der Text im Vordergrund steht und zumeist von einem Sprecher gesprochen wird, die vom RSB aufgef\u00fchrt wurden. Das eine Werk, &#8222;Julius Fucik&#8220; von Luigi Nono aus dem Jahr 1951, wurde erst 2006 uraufgef\u00fchrt und stellt Teile der &#8222;Reportagen unter dem Strang geschrieben&#8220; des tschechischen Widerstandsk\u00e4mpfers Julius Fucik, der 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde, in den Mittelpunkt. Fucik wusste, dass er zum Tode verurteilt werden w\u00fcrde, dennoch sind seine Texte voller Hoffnung und Zuversicht. <br \/>Das zweite Werk, &#8222;Ein \u00dcberlebender aus Warschau&#8220; von Arnold Sch\u00f6nberg aus dem Jahr 1947, ist weitaus bekannter. Zentral ist in diesem St\u00fcck der Bericht eines \u00dcberlebenden des Warschauer Ghettos, der den Aufstand der Juden bei der Aufl\u00f6sung des Ghettos beschreibt. Besonders beeindruckend ist dabei der Schlusschor: ein von M\u00e4nnern gesungenes j\u00fcdisches Glaubensbekenntnis, das das St\u00fcck auf einer k\u00e4mpferischen, fast triumphierenden Note enden l\u00e4sst, obwohl der Gro\u00dfteil der Warschauer Juden in den Gaskammern von Auschwitz und Treblinka ermordet wurde.<\/p>\n<p>Neben der Thematik haben die beiden Werke noch eine musikalische Gemeinsamkeit. Sie verwenden die sogenannte, von Sch\u00f6nberg ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gte und entwickelte, &#8222;Zw\u00f6lftontechnik&#8220;, bei der alle zw\u00f6lf T\u00f6ne einer chromatischen Tonleiter gleichwertig verwendet werden. Diese Technik erm\u00f6glichte eine ganz andere Herangehensweise an Musik, als bis dato \u00fcblich, weil bis dahin geltende Kompositionsregeln durchbrochen wurden und neue Kl\u00e4nge gefunden werden konnten, die, so auch die Meinung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die schwierige Thematik besonders eindrucksvoll musikalisch darstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ausgehend von den oben genannten Fragen und den St\u00fccken entwickelten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in vielseitigen und manchmal kontroversen Gespr\u00e4chen mit der Autorin, Psychologin und Synchronregisseurin Dorothee Muschter eigene Aussagen zum Thema &#8222;Krieg&#8220; und &#8222;Hoffnung&#8220;. Unter der musikalischen Anleitung von Ringela Riemke, Cellistin im Rundfunk-Sinfonieorchester, komponierten sie eine eigene Zw\u00f6lftonreihe, die so angelegt ist, dass sie das Spannungsfeld zwischen &#8222;Hoffnung&#8220; und &#8222;Krieg&#8220; besonders gut darstellen kann. Zun\u00e4chst ging es um die Frage, welche Intervalle harmonisch klingen und welche eher dissonant und wie T\u00f6ne oder Kl\u00e4nge angeordnet werden k\u00f6nnen, um bestimmte Gef\u00fchle auszudr\u00fccken. Dabei bekam jede\/r Spieler\/in nur einen Ton, den sie\/er einsetzen konnte. Eine besondere Aufgabe bekam dabei Robert D\u00f6hlert, der das Dirigat und die letztendliche Gestaltungsaufgabe \u00fcbernahm. So ist ein St\u00fcck entstanden, das die Gef\u00fchle rund um die Themen &#8222;Krieg&#8220; und &#8222;Hoffnung&#8220; aus Sch\u00fclersicht auszudr\u00fccken versucht. In Teilen war das St\u00fcck auch im Radio (Deutschlandradio Kultur) zu h\u00f6ren!<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentationen: <br \/>19.2.2018 am Kant-Gymnasium<br \/>6.3.2018 in der Aula der Sophie-Scholl-Schule<br \/>Beitrag von Marianne Grenz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Education-Projekt des Rundfunksinfonieorchesters Berlin und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern des Profilkurses Musik (11. Jahrgang) &#8222;Die Hoffnung aufgeben ist eine Abk\u00fcrzung zum Krieg.&#8220; Was bedeutet &#8222;Hoffnung in Zeiten des Krieges&#8220;? Was ist eigentlich &#8222;Hoffnung&#8220; und welchen Stellenwert nimmt sie in meinem Leben ein? Was bedeutet &#8222;Krieg&#8220; f\u00fcr mich? Ist es denkbar in Kriegszeiten zu hoffen? 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