{"id":2697,"date":"2018-01-03T12:44:37","date_gmt":"2018-01-03T12:44:37","guid":{"rendered":"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/?p=2697"},"modified":"2024-10-31T13:17:31","modified_gmt":"2024-10-31T13:17:31","slug":"nachruf-auf-eckart-krebber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sophie-scholl-schule.eu\/?p=2697","title":{"rendered":"Nachruf auf Eckart Krebber"},"content":{"rendered":"<h5>Nachruf auf Eckart Krebber (1934 -2017)<br \/>Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule von 1994-1999<\/h5>\n<p>Am 27. September 2017 ist unser ehemaliger Schulleiter Eckart Krebber im Alter von<br \/>83 Jahren verstorben. Eckart Krebber kam am 1.8. 1976 an die Sophie-Scholl-Oberschule, damals noch Gymnasium. Der mit ihm seit Kindesbeinen befreundete Rudolf Segeletz, langj\u00e4hriger Schulleiter und Begr\u00fcnder der Sophie-Scholl-Gesamtschule, hatte ihn von der Lichterfelder Goethe-Schule nach Sch\u00f6neberg \u201ageholt\u2019, und in Sch\u00f6neberg blieb er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst am Schuljahresende 1999.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sch\u00f6neberger war Eckart Krebber von Geburt an \u2013 darauf legte er Wert. Bei aller Bodenst\u00e4ndigkeit \u00f6ffnete ihm jedoch das Studium Anglistik\/Romanistik an der FU in den 50er Jahren den Blick und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Kultur und Zivilisation der Nachbarl\u00e4nder. Insbesondere die angels\u00e4chsische Welt mit ihrer imperialen Vergangenheit und vor allem ihrem pragmatischen Lebensgef\u00fchl des common sense formte ihn fr\u00fch und nachhaltig durch seinen einj\u00e4hrigen Studienaufenthalt an der London University \u2013 zu der Zeit durchaus nicht der Normalfall.<\/p>\n<p>Neben Sch\u00f6neberger B\u00fcrgersinn und angels\u00e4chsischer Weltoffenheit pr\u00e4gte Eckart Krebber und seine ganze Familie die Musik, und da besonders die Kirchenmusik mit Bach im Zentrum, entstammte er doch einem christlich-protestantischen Haushalt, dessen Maximen er ein Leben lang treu blieb. Verl\u00e4sslich auch da hatte er 50 Jahre lang von 1960 bis 2010 das sonnt\u00e4gliche Orgelamt in der Sch\u00f6neberger Silasgemeinde inne. Seine von ihm organisierten j\u00e4hrlichen Adventskonzerte mit herausragenden Instrumentalisten und Ch\u00f6ren waren fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit in dieser Gemeinde.<\/p>\n<p>Bis 1990 war Eckart Krebber stellvertretender Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule und damit auch Stundenplanmacher \u2013 lange Zeit noch ohne digitale Hilfsmittel, nur mit Bleistift und Radiergummi auf gro\u00dfen B\u00f6gen. Es war dies eine Arbeit, die ganz au\u00dferordentlichen Flei\u00df, gepaart mit Geduld, erforderte \u2013 auch Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, um allen W\u00fcnschen der Kollegenschaft gerecht zu werden. Er kam ihr mit Gelassenheit nach, aber auch mit Festigkeit und immer mit Verst\u00e4ndnis f\u00fcr junge M\u00fctter unter den Kolleginnen, hatte er doch selbst drei Kinder. Bewundernswert auch &#8211; und wohl sein besonderes Verdienst -war seine Fairness gegen\u00fcber allen Kolleginnen und Kollegen. F\u00fcr Eckart Krebber waren sie alle auf das Grundgesetz verpflichtet Landesbeamte, m\u00fcndige B\u00fcrger. Er behandelte alle gleich ohne Ansehen der Person und ihrer politischen Einstellung.<\/p>\n<p>Diese Einstellung bewahrte Eckart Krebber auch, als er 1990 zum Bezirkschulrat in Sch\u00f6neberg ernannt wurde, und das machte ihn zu einem \u00e4u\u00dferst beliebten Aufsichtsbeamten. Man sah in gerne kommen und nicht, wie gew\u00f6hnlich, gern wieder gehen; all dies in bezirkspolitisch schwieriger und auch pers\u00f6nlich durch den fr\u00fchen pl\u00f6tzlichen Tod seiner Frau in sehr schmerzlicher Zeit.<\/p>\n<p>Nach der langen \u00c4ra Segeletz war es geradezu schl\u00fcssig, dass Eckart Krebber ihm 1994 nachfolgte, auch wenn es auf Grund der Altersgrenze nur ein Interregnum von f\u00fcnf Jahren sein konnte. Auch in dieser durchaus bewegten Zeit leitete Eckart Krebber die Schule mit ruhiger Hand. \u201eThe more you put in to it, the more you get out of it\u201d: Mit diesem Satz pflegte er die Abiturienten zu verabschieden. \u00dcbertreibungen liebte er nicht. Er lie\u00df die Kirche im Dorf.<\/p>\n<p>Als H\u00f6hepunkte waren gleichwohl das 20j\u00e4hrige Schuljubil\u00e4um der Sophie-Scholl-Schule als Gesamtschule zu nennen, aber auch die neu gewonnene Freundschaft zu der ehemaligen ukrainischen Kinderzwangsarbeiterin Maria Derewjanko, die am Bau des Bunkers mitarbeiten musste und der Besuch in Lwiw(Lemberg), dessen Teilnahme Eckart Krebber sich nicht nehmen lie\u00df. Weiterhin fielen unter seine \u00c4gide die Neugestaltung des Schulhofs und last but not least die Planung und Organisation zur Umgestaltung der Sophie-Scholl-Schule als Staatliche Europaschule mit Partnersprache Franz\u00f6sisch zu Beginn des Schuljahres 1999\/2000. Zu diesem Zeitpunkt allerdings war Eckart Krebber schon in den Ruhestand verabschiedet worden und feierte dies mit einer Schifffahrtstour auf dem Wannsee f\u00fcr das ganze Kollegium, eine noble Geste und ein heiteres Fest.<\/p>\n<p>Wenn ich nun ganz pers\u00f6nlich an Herrn Krebber denke \u2013 und er war immer Herr Krebber f\u00fcr uns \u2013 so habe ich in meinen 18 Schuljahren mit ihm nie den Autorit\u00e4t heischenden Vorgesetzten, sondern immer den kooperativen Kollegen erlebt. Unsere London-Kursfahrten \u2013 noch zusammen mit der so fr\u00fch verstorbenen Karla Schr\u00f6der \u2013 waren Highlights f\u00fcr Lehrer und Sch\u00fcler. Wir lernten dabei manche seiner so liebenswert anglophil-spleenigen Einstellungen kennen, z. B dass man \u201eanst\u00e4ndige\u201c Hemden oder Rasierpinsel nur in gewissen L\u00e4den in London kaufen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die 18 Jahre seines Ruhestands waren zunehmend durch eine heimt\u00fcckische Krankheit gekennzeichnet, die ihn mehr und mehr einschr\u00e4nkte und ihn letztlich an den Rollstuhl fesselte. Aber auch diese Pr\u00fcfung bew\u00e4ltigte Eckart Krebber mit christlicher Geduld und Zuversicht. Er war eingebettet in die Liebe und F\u00fcrsorge seiner Kinder und Enkel, nahm weiterhin sein Philharmonie-Abonnement wahr und genoss seinen 80. Geburtstag im Kreis seiner Familie und Freunde. Fast jede Woche traf er ehemalige Kolleginnen und Kollegen zum Donnerstag-Lunch. Wir sahen uns zum letzten Mal, als ich ihn zu einem Vortrag in der Deutsch-Englischen Gesellschaft begleitete und danach noch ein Bier mit ihm trank. Das war zehn Tage, bevor er starb.<\/p>\n<p>Eckart Krebber liebte das Leben, aber auch den Tod f\u00fcrchtete er nicht. Denen, die ihn gekannt haben, wird er in all seinen Facetten als Mensch und Kollege hochgesch\u00e4tzt und unvergessen bleiben.<\/p>\n<p>Erich Engler 30.12. 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachruf auf Eckart Krebber (1934 -2017)Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule von 1994-1999 Am 27. September 2017 ist unser ehemaliger Schulleiter Eckart Krebber im Alter von83 Jahren verstorben. Eckart Krebber kam am 1.8. 1976 an die Sophie-Scholl-Oberschule, damals noch Gymnasium. 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